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Dienstag, 22. Juli 2014

Der Countdown läuft – noch 162 Tage.

Nachdem wir die Verzögerungen bis Mai 2014 hauptsächlich der Stadtverwaltung zu verdanken hatten, liegt es inzwischen dann wohl doch eher am Bauträger, dass es nicht wirklich vorwärts zu gehen scheint.
Die Philosophie unseres Bauträgers „Für …-Kunden ist mehr drin im Leben“ lässt eine sehr vielfältige Interpretation zu. Die harmlosesten Auslegungen, die mir dazu einfallen sind „mehr Abenteuer“, „mehr graue Haare“ und „mehr Magengeschwüre“.

In den Referenzen des Unternehmens finden sich auf dessen Homepage auch Angaben zu den Bauzeiten der verschiedenen fertig gestellten Baugebiete.

Hürth – Kalscheuren:  7 Monate
Grevenbroich – Kapellen:  6 Monate
Wesseling – Berzdorf: 6 Monate
Neuss – Allerheiligen:  9 Monate
Mönchengladbach – Lürrip:  8 Monate je Bauabschnitt
…
Gelsenkirchen:  6 Monate je Abschnitt

In unserem Baugebiet sollen es also 6 Monate Bauzeit sein. Mir stellt sich nun allerdings die Frage AB WELCHEM ZEITPUNKT? Von dem Augenblick an, an dem der erste Bagger das Grundstück erreicht? Dann ist der Zeitraum bereits zu 100 Prozent überschritten. Oder läuft die Rechnung ab dem Zeitpunkt an dem der zweite Bagger auf dem Grundstück auftaucht? Dann sind jetzt auch bereits zweidreiviertel Monate um - allerdings ohne dass etwas GEBAUT wurde. Oder wird eventuell erst ab Fertigstellung der Bodenplatte gerechnet? Dann hat der Bauträger ja sogar noch bis zum 2. September Zeit (nachdem es von April bis einschl. Oktober 2013 hieß, allerspäteste Schlüsselübergabe Dezember 2014 und erst im Vertrag plötzlich März 2015 stand).

Um es mit dessen Worten zu sagen: „Wir sind dem Zeitplan weit voraus, sodass weder Anlass zur Sorge noch zu Unmut besteht“.
Kann mir mal jemand auf die Sprünge helfen, welcher Zeitplan das noch mal war?

Heute waren übrigens ALLE vorbereiteten Flächen tatsächlich aufgebuddelt um die Rohre zu verlegen. Es wurde sozusagen der Keller unter das Erdgeschoss gepackt (so wie in meinem Eintrag vom 2. Juli befürchtet).


Bisher habe ich den Namen des Bauträgers hier noch nicht erwähnt, weil ich immer die Hoffnung hegte, dass alles gut wird und ich letztendlich doch noch voller Begeisterung über das Haus und das Unternehmen berichten würde. Schade, dass aus diesem Plan nichts geworden ist. Aber wie sagte jemand einst so schön: Leben ist das, was geschieht, während du andere Pläne machst. 

Allen Leserinnen und Lesern einen schönen Dienstag. Da ich nicht glaube, dass es am Samstag etwas über Bodenplatten zu berichten gibt, werde ich einfach ein wenig über den Bauträger berichten. 

Montag, 2. Juni 2014

Wo etwas Dummes gesagt wird, da wird es hell in den Menschenherzen

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser!

Zuerst einmal muss ich mich entschuldigen, dass ich in der letzten Woche etwas schreibfaul war, aber ich habe es nicht geschafft zur Baustelle zu fahren. Der Terminkalender war einfach zu voll gepackt.
Am Freitag war ich zudem mit meiner Jüngsten für eine Hochzeit ein Kleid kaufen. Diese Tatsache allein treibt vermutlich allen Müttern bereits die Schweißperlen auf die Stirn, aber es kam noch erschwerend hinzu, dass dieser Tag ein sogenannter „Brückentag“ war (die Leute glauben wirklich, dass es nach so einem Tag keine Waren mehr in den Läden gibt) UND gleichzeitig alle möglichen und unmöglichen Menschen Geld auf dem Konto hatten, welches sie unbedingt sofort und auf der Stelle ausgeben wollten.
Nachdem wir endlich fündig wurden, war ich einfach nicht mehr in der Lage an der Baustelle aus dem Fahrzeug zu steigen, weil ich meine Füße nicht mehr finden konnte.

Ich habe aber an jenem denkwürdigen Tag noch denkwürdige Post von meinem Bauträger erhalten. Darin heißt es gleich im ersten Satz „… wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu können, dass wir mit den Erdarbeiten begonnen haben“. Ach was, ehrlich?
Weiterhin werden mir in dem Schreiben Name und Kontaktmöglichkeit unseres Bauleiters mitgeteilt und zwei Terminvorschläge genannt, an denen ich diesen Herrn kennen lernen darf und auf erste Fragen zum Bauablauf Antworten bekomme. Soweit so gut.
Außerdem folgt eine Belehrung darüber, dass keine eigenständigen Baubegehungen auf dem Baufeld durchzuführen sind und ich jede Begehung bei der örtlichen Bauleitung anzumelden habe. Auch gut.

Und dann habe ich umgeblättert und bin vor Lachen vom Stuhl gefallen. Steht auf der zweiten Seite doch tatsächlich folgender Satz:
 „Zu diesen Terminen (also in dieser Woche am Freitag und in der nächsten Woche am Dienstag) besteht selbstverständlich auch die Möglichkeit, für Ihre Eigenleistungen (Küche, Maler, usw.) Aufmaße zu nehmen.“

Während ich mir die Lachtränen aus den Augen zu wischen versuchte, stellte ich mir wahrhaftig vor, wie ich mit meiner Küchenfee, dem Maler, dem Fliesenleger und einem riesigen Zollstock am Freitag dort aufschlage und mich auf diesen Satz berufe. Wir könnten dann mit einer Farbdose die Außenmaße in den Lehm sprühen, ein paar Innenwände in den Mutterboden ritzen und den Grill auf die imaginäre Terrasse stellen.
In diesem Augenblick wäre ich vermutlich bei dem Herrn Bauleiter restlos unten durch. Aber mal ganz ehrlich – lustig wär’s schon. Vielleicht nicht unbedingt für das Unternehmen, aber für mich allemal.

In diesem Sinne allen einen schönen Wochenstart.